„Wenn der Mensch alles leisten soll, was das Leben von ihm fordert, muss er sich für mehr halten, als er ist.“ (Goethe)

„Er muss sich als größer erkennen, als er sich bisher sah, er muß als Alchemist der Seele, den „Stein der Weisen“ in sich finden und lernen, mit seiner Hilfe das Blei des niederen Menschen in das Gold des höheren Menschentums umzuwandeln.“ (K.O.Schmidt)

Wenn wir geneigt sind, diesen Maßstab anzulegen, dann können wir festhalten, dass der überwiegende Teil der modernen Menschen nicht in die Kategorie einzuordnen ist, die es wagt größer zu denken.

Im Gegenteil, es wird dem Menschen in seiner Bildung und Aus-Bildung eher beigebracht, sich klein und unzulänglich zu fühlen. In den allermeisten Gesprächen, die ich in den letzten Jahrzehnten geführt habe, taucht das Unvermögen, sich selbst als „gut“ zu empfinden, wie eine Krankheit im Bewusstsein auf.

„SAPERE AUDE!“ Wage es, weise zu sein.

Anders als der Kant`sche Imperativ „Wage es, dich deines Verstandes zu bedienen!“, als Übersetzung des lateinischen Originals des römischen Dichters Horaz, versucht die Lebensschule, den Menschen zu ermutigen, die Weisheit seines innersten Wesenskerns zu entdecken, und den Mut zu haben, ihr zu folgen. Dies bedeutet, aus der Ziellosigkeit des unbewussten und unausgerichteten Lebens herauszutreten und dem Pfad der eigenen inneren Evolution zu folgen.
K.O.Schmidt sah die Menschheit Mitte des 20.Jahrhunderts in drei Ebenen eingeteilt:

1.EBENE:
90% der Menschen auf dieser Ebene leben ihr Leben ohne eigentliches Lebensziel und folgen darum auch keinen bestimmten Wegen. Ihre Daseinsbahn verläuft im Zickzackkurs, gesteuert von den „Umständen“, „Zufall“, „Glück“ „Pech“, sie pendeln zwischen Erfolg und Misserfolg, bleiben aber in ihrem Leben insgesamt erfolglos.

2.EBENE:
9% setzen sich früher oder später ein berufliches oder sonstiges Ziel und erreichen es, weil mit dem Ziel der Weg gesetzt ist. Sie beginnen einen Sinn in ihrem Leben zu erahnen.

3.EBENE:
1% der Menschen setzt sich Ziele, bei denen Beruf und Berufung zusammenfallen und werden sich selber zum Weg.

Hat sich nach 50 Jahren an dieser Einschätzung etwas verändert?

Mitnichten. Man könnte statt dessen annehmen, dass eher 95% der ersten Ebene zuzuordnen sind und sich die anderen beiden Ebenen jeweils halbiert haben.
Das „Verbiegen“ der Menschen, das „Überlagern“ durch Meinungsmacher und der Einfluss der (un)sozialen Medien führen zu einer Art „Mentizid“, einem Töten des Verstandes. Es scheint, dass der Mensch dieser Zeit immer mehr in die dumpfe Ergebenheit des Unbewussten abgleitet.
Dem Menschenkind daraus einen Vorwurf zu machen wäre falsch, da ihm schlicht nicht erzählt wird, wie es geht. Dass man die Kunst des Lebens und die Kunst des Wahren Menschseins erlernen kann, kann er nicht wissen.

Statt dessen wird der Mehrzahl der Menschen deutlich gemacht was zählt: Erwirb ein Mindestmaß an Bildung, das ausreicht einen „Job“ zu finden, gründe eine Familie und sieh zu, dass du sie ernähren kannst, kaufe ein Haus und verschulde dich, denn Schulden sind die Basis unseres Systems, arbeite ohne Murren und Knurren als Angestellter oder Selbstständiger bis zu deiner Rente, und da diese nicht mehr sicher ist, richte dich darauf ein, bis zu deiner Arbeitsunfähigkeit oder deinem Ableben so weiter zu machen.

Zu Höherem bist du nicht berufen – überlass dies denen, die es sind, denen, die besser, intelligenter oder reicher und mächtiger sind. So ist das System.
Vor allem, denke nicht selbstständig, denn aufwachen tut weh!

Wo bleibt der Raum für die eigenen Träume, für so etwas wie Bestimmung, für das Finden, für Erkenntnis der Fülle des Lebens, für die Verbindung von Vernunft und Intuition?

Wo ist der Raum für den „Höhenmenschen“, der das unbewusste Dahinvegetieren hinter sich läßt und sich einem Falken gleich in die Lüfte erhebt, die Erdenschwere hinter sich lassend, in die Freiheit des Kosmischen.
Das Kosmische, das das Irdische als einen wundervollen Teil seiner Selbst anerkennt, der gemeistert werden will.

Sich erheben zu können, erfordert die Gewissheit, dass es möglich ist.
In den Lebens- und Weisheitsschulen, den Zentren des Wissens vergangener Zeiten, ermöglichte die Erfahrung der Weite des Inneren, d.h. der höheren Bewusstseinsebenen, unter der Anleitung durch erfahrene Lehrer, die Erkenntnis von der Existenz des äußeren und des inneren Menschen, moderner ausgedrückt, Erkenntnis über das Ich und das Selbst.

Das Bewusstsein des Menschen auf der 1. EBENE ist nahezu vollständig auf das Ich ausgerichtet, auf die Erfüllung der Wünsche und Sehnsüchte des Ich. Es ist überwiegend reaktiv und folgt deshalb geprägten Glaubenssätzen und seinen mentalen und emotionalen Mustern, d.h. er denkt und fühlt in bestimmten festgelegten Bahnen, gebildet aus Herkunft, Erziehung, Tradition, Religion und Erfahrung. Herzdenken und Intuition sind verhältnismäßig schwach ausgebildet. Er folgt dem „Außen“, da das „Innen“ wenig bis nicht zugänglich ist, oder weil man ihm beigebracht hat, dem Außen zu folgen wäre schlicht richtig. Zielsetzungen im Leben sind schwierig, da alles von den Umständen, von Zufall und Glück abhängt. Der Mensch empfindet sich mehr oder weniger bewusst als schwach und nicht gut genug!
Der Mensch nützt hier nur einen Bruchteil, weniger als 1/10 seiner aktiven Energie, seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Das Bewusstsein bei Menschen auf der 2. EBENE ist bereits auf 2-4/10 erweitert.
Die Möglichkeiten werden durch höhere Vernunft, durch die allmählich erkennbare Verbindung nach innen, zu einer wachsenden Erkenntnisfähigkeit und durch angedeutetes selbstständiges Denken deutlich bewusster. Der Mensch folgt einem „Ideal“, hat Ziele, die er auch erreicht, da ihn hier die in ihm allmählich erwachenden Kräfte des Selbst zum Erfolg verhelfen. Er beginnt die Sinnhaftigkeit seines Seins zu erahnen und fühlt, dass die Kunst des Lebens erlernt werden will und KANN.

Auf der 3. EBENE, der Oberstufe, kann der Mensch nach und nach das volle Potential an Anlagen und Fähigkeiten seines Gesamtwesens entwickeln und aktivieren und zu den Höhen des Selbstseins und der Selbstvollendung aufsteigen.
Da im jedem menschlichen Wesen der Vollendete, der Selbstseiende angelegt ist, d.h., das wahre Menschsein, gilt es, diesen schlafenden Riesen zu wecken.
Es gilt den Mut zu haben, durch Veredelung und Verfeinerung des Unvollkommenen, des „äußeren“ Menschen, dem „inneren“ Menschen, dem Selbst, dem „wahren Menschen“ zur Manifestation in dieser Welt zu verhelfen.

Wir anerkennen damit unsere Verantwortung, aktiv schöpferisch zu sein, aus dem ALL-EINS-SEIN heraus zu leben und an der Evolution, der Entfaltung dieser Schöpfung als ein Kind des Schöpfers in Harmonie mit den kosmischen Gesetzen zu wirken.

Die Lebensschule ist eine Art Lehrweg, der quasi von „außen“ nach „innen“ den Zugang zu den höheren Ebenen des Bewusstseins ermöglichen soll.
Seine 3 Semester oder Stufen symbolisieren die 3 vorgenannten Ebenen und ihre Meisterung. Sie sollen eine Hilfestellung für den Prozess der „Äußeren Alchemie“ geben, für die Veredelung und Verfeinerung der Persönlichkeitsebenen und die Meisterung in der Kunst des Lebens, d.h. des äußeren Lebens.
Im 3. Semester verbindet sich das durch die äußere Alchemie gewandelte Ich mit dem durch die „Innere Alchemie“ (Nei Dan) für das Bewusstsein wahrnehmbare höhere Selbst.